Lokaler Einzelhandel in der Zukunft – Blogparade

Wie sieht das optimale Einkaufserlebnis aus? Wie kann der lokale Einzelhandel durch digitale Transformation das Shoppen in der Stadt verbessern und so mit dem Onlinehandel konkurrieren? Genau mit diesen Fragen beschäftige ich mich heute im Rahmen einer Blogparade von Dennis Antjen.

Das Silicon Valley hat unser Leben von Grundauf verbessert. Wir lesen zu jeder Zeit und überall Nachrichten auf unseren Smartphones, stehen dauerhaft in Kontakt mit den Menschen die uns wichtig sind und bestellen unser Essen, unsere Schuhe und unsere Brillen online. Ok, sicherlich haben viele dieser „Verbesserungen“ auch Ihre Nachteile, doch heute nehme ich selbst einmal die Rolle des Silicon Valley ein und versuche den lokalen Einzelhandel der Zukunft zu gestalten.

Hat die digitale Transformation des Einzelhandels nicht schon mit aazon stattgefunden?

Als Amazon anfing nicht mehr nur Bücher über Ihre Plattform zu verkaufen, bangte der lokale Einzelhandel um seine Existenz und versuchte zum Teil mit eigenen Online-Shops zu konkurrieren. Mittlerweile sind einige Jahre vergangen und die Zahl der Online-Shops hat zugenommen, dennoch ist Amazon neben Ebay und einigen weiteren Big-Playern noch immer unangefochtener Anführer des Onlinegeschäfts. Was lernen wir daraus? Es wie Amazon zu machen und sein komplettes Angebot einfach nur online zu stellen reicht nicht mehr aus. Um den digitalen Wandel auf den lokalen Einzelhandel anzuwenden, bedarf es klarer Ziele und einer vorherigen Ist-Analyse.

Was hat der Onlinehandel für Vorteile gegenüber dem lokalen Einzelhandel? Was schätzen die Kunden, die in der Stadt einkaufen gehen und was bewegt die Leute Ihre Klamotten online zu bestellen. Erst mit diesem Wissen kann man eine erfolgreiche digitale Transformation auf den Lokalen Einzelhandel gestalten. Dazu hier eine kurze Auflistung der verschiedenen Argumente :

Vorteile des lokalen Einzelhandels

  • Persönliche Beratung
  • Anprobe
  • keine Lieferzeit
  • Einkaufs-Erlebnis
  • Sonderangebote

Online-Shop Vorteile

  • Riesige Auswahl
    • Alle Variationen eines Produkts
  • Immer der günstigste Preis
  • Kein mühsames „Nachhauseschleppen“ des Einkaufs
  • 24 Stunden geöffnet
  • Einkaufen von überall aus
  • Kein Einkaufsstress

Mit diesem Wissen lässt sich nun ein Konzept entwickeln, mit dem sich der lokale Einkauf mit digitalem Wandel verbessern lässt. Legen wir los:

Schoppen in der Stadt

Es ist Freitag und ich beschließe mir in der Stadt einige neue Klamotten zu kaufen und wie es für männliche Artgenossen üblich ist, auch einen Blick auf die neusten technischen Spielereien in einigen Elektronikläden zu werfen. Auf dem Weg in die Stadt wähle ich in einer entsprechenden App meine Voreinstellungen für die Einkaufstour. Welche Klamotten brauche ich und welches Budget steht mit für die jeweiligen Dinge zur Verfügung? Nachdem diese Einstellungen vorgenommen sind, empfiehlt mit die App ein paar Läden mit passenden Angeboten und Preisen. Anschließend werfe ich noch einen Blick auf das neue online Prospekt einiger Technikläden, welche individuell auf meine vorher angesehenen Produkte abgestimmt sind, und schon ist die Zeit in der Straßenbahn wie im Flug vergangen.

Abhängig von der aktuellen Besucherzahl und einer Tagesprognose, bekomme ich nun eine Empfehlung, wo ich meine Einkaufstour am Besten beginnen sollte. Ich entscheide mich für einen Laden und gehe los. Beim Betreten der ersten Filiale finde ich mich sofort zurecht, es ist wenig los und ich entdecke schnell die Jeans, die mir vorher in der App empfohlen wurde. Von Allen Kleidungsstücken gibt es jede Größe mehrmals und das ändert sich auch erst, wenn diese aus dem Sortiment genommen werden und als Sonderangebot verkauft werden.

Bis dahin bleiben alle Ausführungen im Laden. Ich probiere die Jeans also an, stelle fest, dass sie mir passt, scanne mit der App schnell den QR-Code und schaue mich weiter um. Nachdem ich alle gewünschten Klamotten anprobiert und eingescannt habe, bestätige ich mit der App den Einkauf und schon wird er für mich in einem Lager zusammengesucht, verpackt und zu mir nach Hause geschickt.

So gehe ich von Laden zu Laden ohne lästige Tüten mit mir rumzuschleppen und genieße meine Einkaufstour. Nach knapp zwei Stunden bekomme ich Lust auf einen Kaffe und kann mir mithilfe der App die nächsten Cafés und Lokale nach Entfernung, Preis und Bewertungen sortiert ausgeben. Während ich meinen Kaffe genieße, bekomme ich die Mitteilung, dass mein Einkauf heute um 18:00 in die gewünschten Packstation geliefert wird.

Nach einer kurzen Pause gehe ich nun noch ein wenig „Technik-Bummeln“. Als ich den ersten Laden betrete erwartet mich viel Platz auf dem überall nur Vorführgeräte verteilt sind, denn der restliche Bestand befindet sich im Lager. Überall sind Mitarbeiter, bei denen ich mich über die jeweiligen Geräte beraten lassen kann und falls mal alle Mitarbeiter beschäftigt sind, steht neben jedem Ausstellungsstück ein Tablet mit einem virtuellen Berater der neben den FAQ’s auch ein Video mit den wichtigsten Infos enthält.

Ich schaue mir also die neusten Spielereien an und entscheide mit dafür ein TV-Stick zu kaufen, auf dem Tablet neben dem Vorführmodell kann ich den Ladenpreis mit den Preisen im Internet vergleichen und so sichergehen, dass es nirgends günstiger zu haben ist. Und wenn doch, dann kann ich eine Rabattanfrage starten, die auf bestimmter Kriterien entscheidet, ob der Preis neu berechnet werden muss.

Ich bin fertig mit meiner Shoppingtour und begebe mich auf dem Weg zurück nach Hause, doch stelle fest, dass ich noch nichts für das Abendessen eingekauft habe. Im nächstgelegenen Lebensmittelgeschäft habe ich dazu eine Auswahl aus zusammengestellten Produkten für ganz bestimmte Gerichte oder das Standardsortiment welches ich ebenfalls per Scann in meinen virtuellen Einkaufswagen hinzufügen kann.

Ich entscheide mich für ein zusammengestelltes Gericht und wähle eine Gemüsepfanne mit einem leckeren Pudding als Nachtisch. Dadurch, dass die Zutaten für die Gerichte alle schon in Paketen bereit liegen, habe ich die Möglichkeit mein Paket gleich mitzunehmen oder es bis 18:00 liefern zu lassen. Auf individuelle Zusammenstellungen muss ich bis zum nächsten Werktag warten. Langes anstehen an der Kasse entfällt, da alles über mein Online-Konto abgebucht wird und auch Einkaufsausgabe findet automatisiert und schnell statt.

Ich mache mich mit meinem Genüsepfannen-Paket auf den Weg in meine Wohnung und freue mich am Abend die restlichen Einkäufe zu erhalten.

Gar nicht so unrealistisch, oder?

Das war meine Vorstellung einer mögliche Verbesserung des Einkaufen in der Stadt durch digitale Transformation. Viele dieser Technologien stehen uns schon jetzt zur Verfügung und müssen nur noch für diese Zwecke eingesetzt und akzeptiert werden. Vielen Dank an Dennis von Scor.nrw für die tolle Idee eine Blogparade zu diesem spannenden Thema zu machen!

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