Aktuelle Webdesign Grafik Trends – Minimalistische Bilder und Grafiken

Wie zeigt sich der Minimalismus in den Medien, die einen Großteil des Internets ausmachen? Wie wurden Bilder und Grafiken von Trend des Minimalismus geprägt und wie haben sie sich dadurch verändert? Genau mit dieser Frage beschäftige ich mich heute im Zweiten Teil unserer Artikelserie „Aktuelle Webdesign Grafik Trends“.

Minimalismus ist überall anzutreffen. Es gibt ihn im Web, in der Architektur, in der Kunst und sogar als Lebensphilosophie. Er soll Klarheit und Übersicht schaffen und den Fokus auf das Wesentliche legen. Nicht ohne Grund werden daher Interfaces und ganze Betriebssysteme großer Unternehmen umgebaut und neu strukturiert (Apple, Android, Microsoft etc.). Die Menschen sind durch die Vielfalt und die Komplexität der Technik überfordert und haben weder Zeit noch Lust sich in diese hineinzuarbeiten. Auch die Informationsflut der heutigen Medien führt zu einer Überlastung der Aufmerksamkeits-Kapazitäten unserer Generation.

Minimalismus und Stockfotografie

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Im letzten Beitrag dieser Artikelserie habe ich Stockfoto-Motive gezeigt, die in Zukunft stärker imer stärker vertreten sein werden. Die Egoperspektivische Darstellung von Produkten, Landschaften und Gegenständen hat schon ein festen Platz in den Stockfoto-Archiven eingenommen. Doch hinterlässt auch der Minimalismus immer mehr Fußspuren bei Bildern und Grafiken auf Webseiten.

Minimalistische Stockfotos haben als Motiv meist wenige klare Elemente und weiße Hintergründe. Häufig sind diverse Apple Produkte mit auf minimalistischen Darstellungen von Arbeitsplätzen dargestellt. Das Unternehmen aus Kalifornien stand schon immer für das Einfache und Klare und ist auch heute noch Sinnbild für den Minimalismus im Web und anderswo.

Auf Fotos sorgt die Platzierung der Elemente in einem Raster zusätzlich für Übersicht und den Eindruck von Ordnung. Unscharfe Hintergründe, auf die ich in einem weiteren Artikel genauer eingehe, gehören ebenfalls zu der Kategorie der minimalistischen Stockfotos. Häufig platziert man darüber klare und einfarbige Icons um zum Beispiel das eigene Angebot oder das Aufgabengebiet seiner Dienstleistung darzustellen.

Bedienelemente und Logodesign

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Was die Bedienelemente bei Apps und Webseiten betrifft hat sich auch so Einiges geändert. Während früher realistische Dreh- und Schieberegler Detailgetreu dargestellt wurden, werden solche Elemente mittlerweile maximal abstrahiert. Auch das ist ein Merkmal des Minimalismus, um User Interfaces bedienungsfreundlicher zu machen und die Funktion in den Vordergrund zu rücken.

Wer in der vergangenen Zeit die Logos großer Unternehmen beobachtet hat, wird festgestellt haben, dass diese ebenfalls immer reduzierter und flacher wurden. Sowohl die Suchmaschinen Google, Yahoo und Bing als auch die Social Media Plattformen Facebook und Twitter haben Ihre Logos laufend angepasst und sind nun allesamt klar, einfach und überwiegend flat. Minimalistische Logos sehen nicht nur besser aus, sie bleiben auch besser im Gedächtnis. Und da Wiedererkennung bei Logos an erster Stelle steht, werden wohl auch in Zukunft Markenzeichen immer bis aufs letzte abstrahiert und reduziert.

Farben, Flächen und Typografie

Sowie alle Designtrends gibt es auch beim Minimalismus bestimmte Farben und Farbeigenschaften. Typisch für minimalistische Bilder und Grafiken, sind große weiße Flächen und matte Farben. Zwischen Grau und Weiß werden Eye-Catcher in grelleren Farben platziert, um gezielt auf sich aufmerksam zu machen. Auch bei Fotos werden nur selten mehr als drei Farben kombiniert. Die Absicht ist es, den Fokus durch Farbgebung und Platzierung im Bild zu setzen und Ablenkungen zu reduzieren. Einige Beispiele für gelungene Minimalismus Fotografien finden sich unter anderem auf Fotolia.

Die Typografie ist ebenso wie die Farben eines der wenigen Mittel um eine minimalistisches Produkt zu gestalten. Daher spielen viele Designer mit unterschiedlichen Schriftarten und Schriftgrößen um einen Wiedererkennungswert zu erreichen. Dabei werden sowohl minimalistische dünne als auch fette und kursive Schriften  eingesetzt.

Funktionalität oder Individualität

Betrachtet man den Design-Trend etwas kritischer, so kommt man auch auf seine Nachteile. Eines der Hauptprobleme der minimalistischen Gestaltung von Grafiken im Web ist, dass bei der Vielzahl an Online-Produkten (Apps, Webseiten etc.) mit dem gleichen Stil, alle gleich aussehen. Besonders Webseiten die hohen Wert auf Minimalismus Legen, sehen sich äußerst ähnlich und bauen meist auf der gleichen Grundstruktur auf.

Zwar hat man durch die Reduktion auf das Wesentliche die Funktionalität in den Vordergrund gestellt, jedoch geht man das Risiko ein in der Konkurrenz unter zu gehen. Gerade der Minimalismus, der in sehr kurzer Zeit Anklang im Web und Grafikdesign gefunden hat, läuft Gefahr einen Designstandard zu setzen, der Individualität unterdrückt. Das einzige Mittel um sein Produkt bei extremer Reduktion von Designelementen individuell zu gestalten bleibt die Farbe und Typografie.

Die Zukunft des Minimalismus

Es ist zu erwarten das wie bei jeder Bewegung, früher oder später eine Gegenbewegung folgt. Diese wird dann Standards des Trends brechen und diese ausreizen. Sieht man den Minimalismus jedoch nicht nur als vorübergehenden Trend, sonder als eine Verbesserung des Bestehenden, so wird dieser noch lange bestehen bleiben. Dann wird man in Zukunft jedes Element im Grafik- und Webdesign hinterfragen und nur bei ausreichender Begründung beibehalten. Minimalistische Gestaltung wird dann nicht durch eine geringe Anzahl an Elementen charakterisiert, sondern durch bedachtes und geplantes Design.

Hier geht es zu den weiteren Artikeln unserer Artikelserie:

  • Egoperspektive
  • Minimalistisches Design
  • Unscharfe Hintergründe
  • Low-Poly
  • Origami Design
  • Polyscape
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